Isabelle Lehn

Binde zwei Vögel zusammen

© Sascha Kokot

 

Hochaktuell, spannend und realistisch – Albert arbeitet als Statist in einem Trainingslager für Afghanistansoldaten, und zwar in der nächsten Nachbarschaft, in Bayern. Er schlüpft in die Rolle des Aladdin, einem Cafébetreiber am Rande des Dorfes und übt den Krieg, den Tod und das Entkommen.

Die Grenze zwischen Realität und Spiel verschwimmt. Albert oder Aladdin? Eine hautnahe Begegnung mit sich selber, mit einer verdrängten Realität und der Perversion des Krieges.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo & Wann?

Freitag, 23. Juni, 19 Uhr im Projekt EINS: Lesung und anschließendes Gespräch über die Arbeit im Literaturbetrieb Samstag, 24. Juni, 16 Uhr Lesung im Kirms-Krackow-Haus

 

Mehr zum Buch:

Aladdin betreibt das Café am Dorfausgang, aber er hat nur einen einzigen Gast. Konvois und Soldaten sind in den staubigen Straßen, die Häuser haben keine Schlösser, und Aladdin ist schon mehrere Male gestorben.

Aladdin heißt eigentlich Albert und ist Statist in einem bayerischen Trainingscamp für Afghanistansoldaten. Aber ist Albert nicht eigentlich Aladdin? Albert wird sich immer unsicherer und schon bald ist nicht mehr klar, was Spiel ist und was Ernst – die afghanische Ehefrau, die Blendgranaten, der Sack über dem Kopf?

Isabelle Lehn lässt uns in Binde zwei Vögel zusammen die Verunsicherung durch Medien und Weltgeschehen spüren. Und vielleicht sind wir alle irgendwie Albert, im deutschen Niemandsland zwischen Krieg und Inszenierung.

 

Mehr zur Autorin:

Isabelle Lehn wurde 1979 in Bonn geboren und lebt in Leipzig. Sie studierte in Tübingen und Leicester Allgemeine Rhetorik, Ethnologie und Erziehungswissenschaft mit Arbeitsschwerpunkten zu Propagandaforschung, Massenkommunikation und Medienwirkungen und wurde 2011 im Fach Rhetorik promoviert. Parallel zur Promotion absolvierte sie ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, wo sie nach Lehraufträgen und Gastdozenturen von 2013 bis 2017 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Literarische Schreibprozesse“ arbeitete.

 

Ihr Debütroman „Binde zwei Vögel zusammen“ stand 2016 auf der Shortlist für den Ingeborg-Bachmann-Preis und wurde 2017 mit dem Förderpreis des Schubart-Literaturpreises ausgezeichnet.

 

 

 

»Isabelle Lehn überrascht mit ihrem Debüt-Roman, der sich in einem absolut realistischen Szenario, in Wahn- und Traumwelten verliert und […] sehr bündig und folgerichtig von den großen politischen Konflikten unserer Zeit erzählt. Man spürt, dass hier nicht eine Autorin nun krampfhaft etwas über Krieg oder Flüchtlinge schreiben wollte, sondern dass eben dieses Bild des Lagers mit seinen wirklich grotesken Konstellationen diesen Roman wie von selbst in Gang gebracht hat und dann auch am Brodeln hält.« MDR-Kultur

»Isabelle Lehn hat einen packenden Psychoroman geschrieben, der seine Kraft dadurch entwickelt, dass er über den Wahnsinn des Krieges nur in der Möglichkeitsform spricht.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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