Autor*innen


Julia Fritzsche – ‚Tiefrot und radikal bunt: Für eine neue linke Erzählung‘

Aus der bedrängenden Gegenwart schlagen vor allem die Rechten Kapital – dabei sind es linke Themen, die zentral für eine bessere Gesellschaft sind, und sie werden längst angepackt. Julia Fritzsche trägt sie zusammen: Elemente zu einer verführerischen, begeisternden linken Erzählung, die einerseits die soziale Frage völlig neu und den Kapitalismus wieder in Frage stellt, andererseits keinen Rückschritt in Sachen Diversity macht. Sie zeigt, was die verschiedenen Ansätze gemeinsam haben und wie sich alte und neue linke Ideen, feministische, ökologische, soziale und migrationspolitische Entwürfe zu einer Erzählung zusammenführen lassen, die das Potenzial hat, die Welt zu verändern.

Zur Autorin:

Julia Fritzsche, geboren 1983, ist Journalistin und schreibt u.a. für den Bayerischen Rundfunk, arte, analyse und kritik. Für ihr Hörfunk-Feature »Stell dich nicht so an!« Indizien für eine Rape Culture (zusammen mit Laura Freisberg) bekam sie den Juliane Bartel Medienpreis 2013. Ihr Feature »Prolls, Assis und Schmarotzer!« Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet (zusammen mit Sebastian Dörfler) wurde 2016 mit dem 2. Preis des Otto-Brenner-Preises sowie mit dem Deutschen Sozialpreis ausgezeichnet. Das Feature Das Pogrom von Hoyerswerda: Eine Reise in die Gegenwart (ebenfalls mit Sebastian Dörfler) erhielt den Pechmannpreis 2018.


Kanakistan-Kollektiv & Özlem Özgül Dündar – Gedichtband ‚Haymatlos‘

Als KANAKISTAN organisierten Taudy Pathmanathan und Tamer Düzyol die (post)migrantischen Kunst- und Kulturreihen „Willkommen in KANAKISTAN“ (2016) und „KANAKISTAN 2.0“ (2017) in Erfurt. Der Gedichtband „HAYMATLOS“ setzt sich mit Rassismus, Ausgrenzung sowie Migrationsgeschichten auseinander. Özlem Özgül Dündar ist eine der 51 Beitragenden, die den Gedichtband mit Leben gefüllt hat. „HAYMATLOS“ ist ein Denkmal für eine Gesellschaft der Vielen.

Zu den AutorInnen:

Özlem Özgül Dündar, 1983 in Solingen geboren, studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie schreibt Prosa, szenische Texte, Essays, performt mit ihren Kollektiven GID, Kaltsignal und Kanak Attak Leipzig und ist als Herausgeberin sowie als Übersetzerin tätig. Ihr Gedichtband „gedanken zerren“ erschien 2018 beim ELIF Verlag.

Tamer Düzyol, 1982 in Mönchengladbach geboren, suchte seinen Weg in ein Studium der Politikwissenschaften in Frankfurt/ Main, obwohl er in eine Hauptschule abgeschoben werden sollte. Nach seinem Studium folgte eine Promotion. Aktuell versucht er die Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Literatur zu schlagen.

Taudy Pathmanathan, 1990 in Niedersachsen geboren, sensibilisiert sie als studierte Erziehungswissenschaftlerin leidenschaftlich gern junge Generationen durch kreative Aktionen. Aber auch ihre sonstige Umgebung bleibt ihrem Eifer nicht verschont. Bei gemütlichen Teegesellschaften werden zukünftige Schachzüge geplant.


Lea Sauer – ‚FACE to FACE: Menschenrechte in Zeiten der Digitalisierung‘ (Land in Sicht e.V.)

LAND IN SICHT ist ein Verein für Literatur- und Kulturveranstaltungen in Köln. 2018 organisierten sie das internationale Kulturprojekt “FACE TO FACE – Menschenrechte in Zeiten der Digitalisierung” gemeinsam mit dem Illustrator*innenkollektiv PICTORIC. Die Teilnehmer*innen dieses interkulturellen Kulturaustausches nutzten ihre gemeinsame Zeit in Kyiv und Köln zum Kennenlernen der jeweiligen Städte, für Diskussionen und zum Austausch von Ideen. Herausgekommen ist ein Buch zwischen Grafik und Text. Darüber hinaus veranstaltet der Verein seit 2014 monatlich die Lesereihe LAND IN SICHT, seit 2017 jährlich das Festival für szenische Texte “AUFTAKT” und seit 2018 ebenfalls jährlich die “HÖRSPIELWIESE” sowie den Förderpreis der Kölner Literaturtage.

Zur Autorin:

Lea Sauer,1987 in Siegen geboren, hat am Deutschen  Literaturinstitut Leipzig studiert und promovierte in französischer Literaturwissenschaft an der Universität Siegen. Sie stand auf der Short List des New Voices Awards  der Internationalen PEN-Stiftung, war 2016 Stipendiatin des 20. Klagenfurter Literaturkurses sowie 2018 Teilnehmerin des 4+1 Festivals – Treffen junger AutorInnen am Schauspielhaus Leipzig. Veröffentlichungen sind unter anderem in POET, Narr Magazin, Edition Onepage, SuKultur und BBC Radio erschienen.


Janina Findeisen – ‚Mein Zimmer im Haus des Krieges: 351 Tage gefangen in Syrien‘

Die Journalistin Janina Findeisen wird 2015 auf einer Recherchereise in Syrien gekidnappt und anschließend 351 Tage gefangen gehalten. Sie war nach Syrien gereist, um ihre zum Islam konvertierte Schulfreundin zu treffen und zu verstehen, wie es zu deren Radikalisierung kam. Kurz nach dem Treffen wird sie entführt und verbringt fast ein Jahr an unterschiedlichen Orten, in wechselnde Zimmer eingesperrt, von bewaffneten Männern bewacht. In einem dieser Zimmer bringt sie ihr Kind zur Welt. Ihr Buch erzählt von 351 Tagen im Krieg, vom Überleben in Isolationshaft, den ersten Monaten mit ihrem Kind und schließlich der Befreiung. Eine Geschichte über Hoffnung, Widerstand und Liebe, Freundschaft und Verrat und die grausame Logik des Krieges.

Zur Autorin:

Janina Findeisen studierte Ethnologie und vergleichende Religionswissenschaften und forschte zum Deutschen Dschihad. Sie arbeitete als freie Mitarbeiterin für den Rechercheverbund von NDR, WDR und SZ und veröffentlichte unter ihrem Pseudonym Marie Delhaes Dokumentationen und Reportagen zur deutschen Dschihadisten-Szene.


Moderator: Flemming Witt

Flemming Witt ist eigentlich ein Nordlicht, hat seine Heimat aber mittlerweile in Thüringen gefunden. Der Poetry Slammer und Lesebühnenautor ist derzeit der meistgefragte Erfurter SlamPoet. Er hat den Thüringer Vizemeistertitel im Poetry Slam 2017 im Gepäck und erobert vom Grünen Herz Deutschlands aus den Rest der Republik: ob Frankens Theater, Dortmunder Hörsäle oder Leipziger Strände – überall punktet er mit seiner Mischung aus Charme und aufrichtiger Komik. Dieses Jahr auch als Moderator bei juLi im juni in Weimar!